Liebe Anwesende,

diese Veranstaltung soll dazu dienen, ins Gespräch zu kommen, zu diskutieren, Kontakte zu knüpfen und zu pflegen. Gestatten Sie mir vorher einen kleinen Rückblick und einen Ausblick auf das kommende Jahr. Ich glaube, das Wort der vergangenen Jahre war KRISE. Vertrauenskrise, Politik- und Parteienkrise, Bildungskrise, aber vor allem die Finanz- und Wirtschaftskrise. Ich sage nur BayernLB: Debakel, desaströse Zustände, Scherbenhaufen, diese harten und unmissverständlichen Worte stammen nicht von mir (obwohl sie es sein könnten) sondern von unserem Ministerpräsidenten Seehofer.

 

Auch unser Bundespräsident hörte sich bei seiner Weihnachtsansprache ähnlich an: Er spricht von Maßlosigkeit von Finanzakteuren und Mangel des Staates bei der Aufsicht der Märkte. „Geld muss den Menschen dienen und ihn nicht beherrschen.“ Manche Krisen sind auch nur gefühlt, verursacht durch zuviel Pessimismus und Zukunftsängste, aber stark begünstigt durch negative, ja menschenverachtende Ereignisse, von denen wir leider nicht verschont geblieben sind. Ich erinnere nur an Winnenden: Ein 17 jähriger Schuler erschießt in der Schule und anschließend auf der Flucht 15 Menschen. Viele Menschen stellten sich nur die eine Frage: WARUM?

Ich erinnere an S-Bahnhof München-Solln: Der 50 Jahre alte Dominik Brunner wollte am 12.September eigentlich nur vier Kinder vor zwei gewalttätigen Jugendlichen schützen. Die zwei Täter schlugen auf den Mann ein, misshandelten  ihn mit Fußtritten und Schlägen so stark, dass er an den Verletzungen starb. Der sinnlose Tod von Dominik Brunner, die Gewalt und Brutalität, darf uns nicht entmutigen.  Wir müssen Zeichen setzen, dass in unserer Gesellschaft nicht Gleichgültigkeit und Wegschauen die Oberhand gewinnen, sondern Mitmenschlichkeit und Zivilcourage als zentrale Werte gestärkt werden.

2009 war auch ein Jahr der Wahlen: Die politische Landschaft hat sich nach den Bundestagswahlen erneut gewandelt: Jamaika, Rot-Rot, Schwarz-Grün, Schwarz- gelb, alle Farbspiele sind fast vorhanden und auch künftig denkbar. Leider hat die CSU den Alleinvertretungsanspruch – zumindest fürs erste – verloren. Vorbei sind die Zeiten als es hieß: Wenn in Bayern die Sonne lacht, hat's die CSU gemacht. - Gibt’s aber Regen oder Schnee, dann war's die ......

Die Menschen brauchen eine klare Richtung, die muss bei der CSU wieder besser erkennbar sein. Vielleicht hat die hohe Politik nicht mehr so wie früher auf die Menschen gehört und deshalb die Sorgen und Nöte überhört oder nicht mehr so ernst genommen. Denken wir an den Spruch: Wer aufhört, besser zu werden , hat aufgehört, gut zu sein.

Die Deutschen  hatten aber auch Grund zur Freude: Gut 20 Jahre ist es her, als am 9.11.89 völlig unerwartet die Mauer fiel. Ein Sinnbild des sozialistischen Schreckens, das über 1000 Todesopfer forderte, viele ins Gefängnis brachte, fiel durch eine friedliche Revolution. Sind wir dankbar, dass trotz der Geburtswehen und einer gewissen Ernüchterung unsere Nation wieder vereint ist. 

Unsere Stadt Neutraubling wurde 2009 von den Folgen der Wirtschaftskrise leider auch nicht verschont. Die Gewerbesteuer- Einnahmen brachen weg und zwar um etwa 30 %. Und auch 2010 wird nochmals mit einem Steuerrückgang zu rechnen sein. Trotzdem ist sich die CSU mit dem Bürgermeister und der Verwaltung einig: Wir müssen weiterhin in Bildung, Familien und Arbeitsplätze investieren. Das heißt:

  • Betriebsansiedlungen fördern, um Arbeitsplätze zu gewinnen oder erhalten,
  • Wohngebiete schaffen (Beispiel An der Kreuzbreite)
  • Förderung der Kindergärten z B durch Sprachbetreuung
  • Ganztagsbetreuung an den Schulen ausbauen. Neutraubling kann sich bei den Betreuungsplätzen sehen           lassen und ist weiter auf einem guten Weg.
  • Die Grund- und Musikschule bedarf einer dringenden Renovierung und wird heuer angegangen. Die Schulen haben den Charakter einer reinen Lerneinrichtung verloren, sie sind jetzt vielfach auch Betreuungseinrichtungen geworden.
  • Weitere Investitionen in unsere städtischen Gebäude sind notwendig, wie Hallenbad, Feuerwehr und Wertstoffhof, um nur einige schwere Brocken zu nennen.

Für den CSU-Ortsverband war das Jahr 2009 ein sehr arbeitsreiches Jahr. Es mussten zwei Wahlen (Europa- und Bundestagswahl) geschultert werden. Die Beteiligung unseres Ortsverbandes an den meisten Veranstaltungen anderer Vereine und der Stadt  zeigte eine sehr aktive CSU. Die zeitaufwendigste Veranstaltung war wohl die Vorbereitung und Durchführung unserer 60-Jahr-Feier, die dank des großen Engagements Aller gut gelungen ist. Es war schon ein Erlebnis, die Stadthalle voll besetzt zu sehen und ich danke nochmals allen Mitwirkenden, sowie unseren Mitgliedern und den vielen Gästen für die Teilnahme und Unterstützung. Es war ja nicht nur ein tolles Fest für die CSU, sondern auch die Stadt Neutraubling konnte sich mit der Stadthalle präsentieren. Die CSU will weiterhin das gesellschaftliche und politische Leben in Neutraubling mit gestalten. Deshalb darf ich auf unsere kommenden Veranstaltungen, nämlich den Ball der Union am 06.02., den Kinderfasching am 17.01. und natürlich für alle, die Politik aus erster Hand erhalten wollen, zum Politischen Aschermittwoch bzw. Ascherdonnerstag, jetzt schon herzlich einladen. Bitte unterstützen Sie uns sehr zahlreich. Meine sehr verehrten Damen und Herren, lassen Sie mich meine Ausführungen mit einem Appell an uns alle beschließen: Wir brauchen wieder etwas mehr wir und weniger Ich. 

Ich glaube, wenn wir uns wieder besinnen auf die wichtigen Werte des Lebens: auf Frieden, gegenseitige Rücksichtnahme, Freude und etwas Demut, können wir vertrauensvoll in die Zukunft schauen. In Pessimismus oder ständiges Wehklagen zu verfallen, wäre der falsche Weg. Denken wir an die vielen Bürger, die sich ehrenamtlich engagieren und in unserer Gemeinschaft hervorragendes leisten, Visionen umsetzen und unser Leben, unsere Heimat mit gestalten. Der römische Philosoph Seneca sagte es sehr treffend: Nicht weil’s schwer ist, machen wir es nicht, sondern weil wir es nicht machen, ist es schwer.